Lüneburg 2018

Wege der Heilung im Umgang mit Krankheit, Sterben, Tod und Trauer

mit Lisa Freund

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, wankt der Boden unter den Füßen. Wir erfahren, dass alles, was entsteht, auch vergeht. Wenn es gelingt, inmitten des Schmerzes das Herz offen zu halten, kommen wir mit dem Raum in Verbindung, der hinter den Phänomenen liegt, in dem alles mit allem verbunden ist. Der Tod ist dann ein Lehrmeister, der uns etwas nimmt und zugleich auch etwas schenkt.

Diese Fortbildungsreihe enthält eine Verknüpfung von buddhistischen Inhalten, Meditationen, Visualisierungen, Knowhow aus der Hospizarbeit und der palliativen Begleitung sowie Ergebnisse der wissenschaftlichen Erforschung von Sterben, Tod und Trauer. Es geht um einen Brückenschlag zwischen östlicher Weisheit und westlichem Wissen über das Lebensende sowie vielfältige Wege der Begleitung durch den Tod. Sterbebegleitung ist ein Kernthema.

Mit Meditation, Imagination, im Austausch miteinander, kleinen Übungen und Bewegung stärken wir behutsam unseren inneren Kern, das Potential, aus dem wir Lebenskraft schöpfen. Wir betrachten Ängste und finden Wege, mit ihnen umzugehen. Das führt zu einem Zuwachs an vitaler Energie. Den Zugang zu Kraftquellen, äußeren, inneren und spirituellen, erschließen wir. Wir experimentieren mit ihnen, schauen, wie wir sie im Alltag und in Grenzsituationen nutzen können. Das Spüren von Lebendigkeit sowie Möglichkeiten der Bewältigung von Einschränkungen durch Alter, Krankheit und Tod gehen ineinander über. Wir betrachten Vergänglichkeit und Wandel humorvoll aus unterschiedlichen Blickwinkeln, entdecken, was uns weise macht und reifen lässt.

Die Seminare bestehen aus unterschiedlichen, jeweils dreistündigen Modulen, sind themenorientiert und offen für jede (n), die/der bereit ist, sich auf das Abenteuer der Auseinandersetzung mit Grenzsituationen im Leben einzulassen. Es gibt Handouts und Materialien zum Nachlesen.

Seminartermine 2018 im Überblick

  1. 17. - 18. Februar
  2. 28. – 29. April
  3. 09. - 10. Mai
  4. 08. – 09. September
  5. 03. – 05 November

1. Seminar: Im Fluss sein

17.-18. Februar 2018

Der Lebensfluss
In einer einprägsamen Gruppenübung erforschen wir unsere Einstellung zu Leben und Sterben und das, was uns trägt, ausgehend von der aktuellen Lebenssituation. Es gibt einen Erfahrungsaustausch und eine Meditation.

Die Lebenslinie und ihre Botschaften
Mit Hilfe eines Zeitstrahls erhalten Sie einen Lebensüberblick, über den Sie sich austauschen. Sie erkunden Botschaften über Glück und Leiden im Leben und erkennen tragende Glaubenssätze sowie Blockaden und Hürden, erkunden Wege der Heilung in einem meditativen Prozess.

Einblicke in die Angst
Angst macht eng. Das Gefangensein in der Enge verstärkt den Leidenskreislauf. Wir suchen den Kontakt zu dem Teil von uns, der weit und unsterblich ist - unserer Essenz. Aus der inneren Weite heraus, der eigenen Enge zu begegnen ist ein heilsames Abenteuer. Wir erschließen Kraftquellen.

Kraftquellen erschließen
Sie erkunden Ihre äußeren, inneren und spirituellen Kraftquellen und erleben in der Visualisierung der spirituellen Kraftquelle das Verbundensein mit allem. Die Folge ist, Vertrauen ins Leben und die Entwicklung der Fähigkeit anzunehmen, was gerade ist, können wachsen und gedeihen.

2. Seminar: End-lich leben

28. – 29. April 2018

Mit körperlichen Schmerzen umgehen
Wir entschlüsseln Botschaften im Schmerz und erproben Wege, mit Schmerzen umzugehen. Es geht um Erkenntnisse der modernen Schmerztherapie als auch Visualisierungsmethoden, angelehnt an Stephen Levine.

Sich selbst annehmen
Die Wahrnehmung und Annahme der eigenen Schattenseiten stehen im Vordergrund. In einer längeren Meditation begegnen Sie dem, was Ihnen Kummer bereitet, und finden Wege den Samen, der im Seelenschmerz steckt, zu entdecken und keimen zu lassen. So werden die Weichen für innere Heilung gestellt.

Die lebensbedrohliche Herausforderung
Die Diagnose einer lebensbedrohenden Krankheit bildet eine Erschütterung im Leben. Wie kann ich lernen, damit umzugehen? Die Konfrontation mit Angst und Hilflosigkeit sowie Wege, die Zuversicht und Vertrauen stärken, sind Themen dieses Abends. Dazu gibt es eine wirkungsvolle Übung.

Umgehen mit Hilflosigkeit und Ohnmacht
Die Erfahrungen von Hilflosigkeit und persönlicher Ohnmacht führen oft zu großer Verunsicherung. Wie kann ich bei mir bleiben und zugleich respektvoll, ehrlich und mitfühlend Menschen begegnen, die Krisen verbunden mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung durchwandern. Dies sind Themen des Abends.

3. Seminar: Abschied nehmen

9. – 10. Mai 2018

Die letzten Dinge regeln
Das Testament, die Patientenverfügung, das spirituelle Testament sowie das Nachdenken über die eigene Bestattung sind Themen, die wir von der spirituellen Seite her betrachten mit Hilfe von Meditationen und Kontemplationen, in denen das Loslassen im Vordergrund steht. Sie entwickeln Vorstellungen über Ihr Lebensende und erhalten Unterlagen zur Regelung der letzten Dinge.

Abschied nehmen
Leben heißt Abschied nehmen. Wie wir Abschied nehmen, was unsere Verhaltensmuster sind, betrachten wir, um neue Möglichkeiten für uns zu entdecken. Übungen und Meditation, das Inne-Halten werden uns begleiten.

Unerledigtes abschließen
Möglichkeiten, ungeklärte Beziehungen zu Lebenden und Verstorbenen zu heilen und sinnvolle Regelungen für den eigenen Tod zu treffen, werden vorgestellt, erprobt und besprochen.

Begleitung bis zuletzt auf Augenhöhe
Wir klären unsere Motivation, anderen zu dienen, sowie Erwartungen und Anspruchshaltungen. Wie wir anderen helfen können auf der Ebene einer gleichberechtigten Beziehung auf Augenhöhe in Verbindung mit der eigenen Mitte, das ist das Thema einer spannenden Übung, die Einblicke in eigene Möglichkeiten und den Respekt für persönliche Grenzen deutlich macht.

4. Seminar: Die letzte Lebenszeit – Herausforderungen, Wege der Begleitung -

8. – 9. September 2018

Ein Mensch liegt im Koma
Wie kann ich ihm begegnen, begleiten? Welche Möglichkeiten miteinander zu kommunizieren gibt es? Thesen und Beispiele über Bewusstseinserfahrungen in unterschiedlichen Komazuständen werden erörtert.

Sterben
Psychologische Erfahrungen, die im Sterben erlebt und ausgedrückt werden, wollen wir betrachten und Umgangsformen mit Ignoranz, Aggression, Depression finden. Eine eindrucksvolle Übung macht diese Themen sinnlich erfahrbar.

Der Sterbeprozess
Die Auflösung der Elemente im Sterbeprozess, der Zerfall der Persönlichkeit und Wege der ganzheitlichen Begleitung in dieser letzten Lebensphase werden auf dem Hintergrund von Inhalten des Tibetischen Totenbuchs und von Erkenntnissen der Palliativmedizin dargestellt und mit praktischen Hinweisen zur Pflege von Sterbenskranken und die geistig-seelische Begleitung ergänzt.

Reise durch den Tod
In einer längeren Imagination führe ich Sie durch eine längerer Krankheit und den Tod. Begleitet werden Sie von Ihren inneren Kraftquellen, die sie schützen. In einem Gespräch tauschen wir uns über Erfahrungen aus.

5. Seminar: Begleitung durch den Tod und die Trauer

3. - 4. November 2018

Das Sterben spirituell begleiten
Was ist spirituelle Sterbebegleitung? Welche Beiträge gibt es dazu aus christlicher der Sicht der Religionen und darüber hinausgehend? Wie gehen die palliative Begleitung und die spirituelle Begleitung zusammen? Es geht um Schnittpunkte und Grenzlinien. Wie begleite ich den Abschiedsschmerz von Sterbenskranken und Angehörigen?

Plötzlicher Tod und Suizid
Was passiert in uns, wenn wir einen Menschen plötzlich verlieren? Wie können wir lernen die inneren Wunden zu heilen? Spirituelle und andere Methoden, die Vertrauen und Zuversicht stärken können, werden vorgestellt und geübt.

Wege durch die Trauer
Was ist Trauer? Wie kann ich sie bewältigen und anderen helfen, die in ihr gefangen sind? Es geht um Einblicke in Trauerzyklen und -phasen, Hilfestellungen und individuelle Trauerwege. Es können nur essentielle Erkenntnisse vermittelt werden.

Über den Sinn von heilsamen Ritualen
Was ist ein Ritual? Wie kann ich selbst ein Abschiedsritual durchführen oder eine Trauerfeier gestalten? An Beispielen erläutere ich ganz praktisch, den Sinn von Riten des Übergangs und wie man sie praktiziert und entwickelt, wo man sich Hilfe holt und was man unbedingt vermeiden sollte.

Seminarzeiten

Vier Wochenenden, jeweils Samstag (von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr) und Sonntag von (10.00 Uhr bis 18.00 Uhr ).

Seminarort

Heilhaus Lüneburg
Am Markt 4
21335 Lüneburg
3. Etage, Fahrstuhl vorhanden

Kosten

180 Euro für ein Wochenende. Ermäßigungen sind nach Absprache möglich. Materialien sind inklusive.

Teilnahmevoraussetzungen

Eine Mindestbuchung des ersten Seminars ist erforderlich. Danach legt jede TeilnehmerIn fest, wie weit sie das Programm belegen will oder nicht. Neuzugänge während der Kursreihe sind nur nach persönlicher Rücksprache möglich.

Anmeldung

Heilhaus Lüneburg
Am Markt 4
21335 Lüneburg
3. Etage, Fahrstuhl vorhanden

Telefon: 0171-1290737
Website: http://www.heilhauslueneburg.de

Allgemeines

Für TeilnehmerInnen, die die ganze Reihe belegen, gibt es ein Zertifikat, ansonsten eine Teilnahmebestätigung pro Seminar. Die Kursreihe ist für jedermann/frau offen und gut geeignet für Angehörige aus medizinischen Berufen, ehrenamtliche HelferInnen, TherapeutInnen, Hospizbewegte. Die Ausbildung hat einen spirituellen Fokus. Sie ersetzt keine Hospizhelferausbildung, sondern ergänzt sie.

Bitte bringen Sie bequeme Kleidung und ein Notizheft sowie Schreib- bzw. Malstifte mit. Die MindestteilnehmerInnenzahl liegt bei 12 Personen, maximal sind es 20 Personen.